Hauptstadt Luca

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Hauptstadt Luca

Beitrag von Erzähler am So 28 Okt 2012 - 19:17

Die Hauptstadt des Landes Tydeion ist Luca.
Sie spiegelt vom Aussehen her das wieder wofür Tydeion steht:
Eisen und Bronze so wie dessen Verarbeitung in verschiedene weitere Ware wie Schwerter oder Haushaltswaren.

Die Regierung oder Herrscher bewohnt den Königssitz in der Mitte oben auf dem Hügel der Stadt die riesige Burg.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Do 15 Nov 2012 - 0:53

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Thálion Durath stand in einer dunklen Seitengasse und beobachtete das Geschehen um sich herum. Das Treiben anderer Menschen hatte ihn schon immer fasziniert. Und hier, in der Hauptstadt Tydeions konnte man verschiedenartigste Gestalten beobachten. Bettler huschten an ihm vorbei, in Lumpen gehüllt, teilweise mit deformierten Gliedmaßen. Allesamt mit herausgefallenen Zähnen und brennendem Blick. Sie kannten ihren Job, wussten, bei welchen Leuten etwas zu holen war. Und kannten die Ablehnung des Reichen Volkes.
Dann wiederum flanierten Edelleute kam drei Meter entfernt von ihm vorbei, ohne Tai überhaupt zu sehen. Denn er hielt sich verborgen im Schatten auf und war so gut wie unsichtbar. Die Reichen kümmerten sich kaum um die Geschehnisse um sie herum. Sie hielten munter einen Plausch und sahen dem Treiben auf dem Marktplatz zu.
Die dritte Gruppe, die dem dunkelhaarigen jungen Mann häufig begegnete, waren die frommen, rechtschaffenden Handwerker. Sie waren um eine milde Gabe nie verlegen, obwohl sie selbst nicht viel Geld besaßen. Sie hatten ehrbare Geschäfte und waren gläubig. Sie verehrten den König... Sein Meister war einer von ihnen gewesen und allein die letzten beiden Eigenschaften hatten Thálion rasend gemacht. Er konnte es nicht nachvollziehen, wie jemand seinen eigenen Kopf nicht benutzen konnte. War es so angenehm, sich leiten zu lassen? Nun, man musste sich keine Gedanken machen, man setzte sich nicht mit seinem Schicksal auseinander. Für Leute mit einer mittleren Intelligenz vielleicht genau das Richtige. Doch Lion konnte und wollte sich mit dieser Situation nicht abfinden. Und genau aus diesem Grund, war er nun seit fast zwei Jahren auf der Straße unterwegs und hielt sich mit Diebstählen, Einbrüchen und Söldnertaten über Wasser. Es war ein interessantes Leben, ein durchweg spannender Adrenalin-Kick.

Der junge Mann seufzte, bewegte sich geschmeidig von der Wand weg, an welcher er gelehnt hatte und hörte auf, die Leute zu beobachten, welche an ihm vorbeizogen. Er hatte wichtigeres zu tun. Er musste arbeiten. Denn das Geld wuchs leider nicht auf den Bäumen und Essen fand man auch nicht vor der Türschwelle, wenn man nach Hause kam. Der Besitzer des Hauses, in welchem er Unterschlupf gefunden hatte, hatte schon öfter gefragt, womit er sein Geld verdiene. Thálion antwortete stets: „Mit Handel!“ Und das war nicht einmal gelogen. Er stahl Dinge und verkaufte sie. Oder er stahl direkt das Geld...
Lion bewegte sich in die Masse, schlenderte einige Minuten auf dem Marktplatz umher, besah sich in Honig gebackene, feine Küchlein, schöne Äpfel und gewebte Tücher. Um keine Aufmerksamkeit bei den Wachen, die den Marktplatz beobachteten, zu erregen, kaufte er schließlich zwei Äpfel und ein Brot, das er genau so gut aus der Bäckerstube unter seinem Zimmer hätte bekommen können.
Er verstaute das Essen in einem Lederbeutel, den er an der Hüfte trug und der mit einem Lederband über seinen Oberkörper und die Schulter festgehängt war. Der Beutel hatte eine doppelte Schnürung im Saum, geschützt gegen Taschendiebe. Außerdem trug Lion das Hemd darüber. Wer selbst in diesem Geschäft arbeitete, wusste sich zu schützen.

Einige Sekunden später, hatte der Dunkelhaarige auf einmal sein erstes Opfer gefunden. Es war ein prunkvoll gekleideter Herr, der einen Jungen anbrüllte. Es schien sein Dienstbote zu sein, denn der Junge trug eine blaue Mütze mit Feder daran befestigt.
Thálion schritt mutig voran, bis er direkt neben dem Edelmann stand und fixierte ihn kurz, während er vorgab, einige Tücher zu mustern. Ein Blick reichte ihm. Ein schwerer Beutel voll klimpernder Münzen lag achtlos direkt auf dem Tisch, auf dem die Ware feilgeboten wurde. Der Edelmann stand schräg davor und wähnte sich so wahrscheinlich in Sicherheit.
Er wollte schon zupacken, als der Dienstbote auf einmal kehrt machte und in die andere Richtung davon sprintete, den Edelmann einfach stehen ließ. Lion fluchte innerlich, blieb nach außen jedoch vollkommen ruhig. Er wusste, dass Geduld in seinem Beruf das Wichtigste war. Also verharrte er an dem Stand und nahm ein buntes Leintuch in die Hand. Es musste teuer sein, denn Farbe in solcher Masse kostete eine Menge Geld. Der Edelmann blickte ihn aus dem Augenwinkel an und visierte das Tuch. Thálion grinste. Sofort kam ihm eine neue List in den Sinn. “Fräulein?“ rief er die junge Dame, die das Tuch verkaufte, herbei. Er schenkte ihr nicht weiter Beachtung. Sie war weit über zwanzig und nicht gerade hübsch anzusehen. Nicht sein Beuteschema. “Ich möchte dieses Tuch erwerben. Was soll es kosten?“ fragte er laut genug, damit der Edelmann es hören konnte. “24“ antwortete diese knapp. Thálion blickte sie freundlich an. “Kann ich mit Euch verhandeln?“ Er war extrem höflich und stellte sich somit selbst dar, als sei er von niedrigem Rang.
Und zu seinem Erstaunen trat das Szenario ein, dass er sich erhofft hatte. Der vornehm gekleidete Herr trat direkt neben ihn, nun lag der Beutel frei zugänglich und blickte ihn von oben herab an. Dann begann er der Verkäuferin zu erzählen, dass er mehr Geld zahlen werde, da ihr Stoff doch nett anzusehen sei. Er würdigte den jungen Mann keines Blickes mehr.
Thálion tauchte blitzschnell zur anderen Seite des Mannes, griff sich den Beutel und schlenderte gemütlich von Dannen, ohne einen Blick zurück zu werfen. Es reichte ihm, als ein Wutschrei über den Marktplatz an sein Ohr drang. Der Mann hatte den Verlust seines Geldes offenbar bemerkt.
Zufrieden mit sich und seiner Arbeit, begab sich Lion an den Brunnen und ließ sich auf dessen Rand nieder, den Geldbeutel gut in seinem Ledersäckchen verwahrt. Nach seiner Schätzung würden die klimpernden Münzen für eine gute Woche zum Leben reichen.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Do 15 Nov 2012 - 17:23

Meine Eltern waren verreist. Wollten meinen Cousin am Hofe besuchen. Er war ja schließlich der König von Askalon. Pff. Höfisches pack. Zum Glück musste ich nicht mit. Doch da sie gewiss viele Wochen fort sein würden, hatte ich die Gelegenheit genutzt und hatte mich aufgemacht nach Tydeion. Genauer gesagt in dessen Hauptstadt Luca. Hier bekam ich einfach bessere Waffen. Wenn das meine Eltern erfuhren bekam ich wieder jede menge Ärger, doch das war mir egal. Nach einer langen Reise endlich angekommen ritt ich langsam durch die Seitengassen. Wer wollte schon die Hauptstraße entlang gehen bzw reiten die sowieso immer voll war. Außerdem bekam man so stehts mehr mit. Ich hatte eine Bekannte hier in einem der ärmlicheren Viertel der Stadt. Sie lebte alleine mit ihren 7 Jährigen Sohn. Ihr Mann starb als einfacher Soldat in vordester Front bei einen der vielen Kriege die das Herrscherhaus hier austeilte. Ich war nicht das erste mal hier und ich wusste das Larco sich wieder riesig freuen würde wenn ich ihm erlaubte sich um mein Pferd zu kümmern. Ich stieg alsbald von meinem vierhufigen Freund ab und tätschelte seinen Hals. Wir sahen beide nicht gerade nach Wohlstand aus. Meine Waldkleidung und sein Fell waren über und über mit Schlamm bespritzt, fast so als wenn wir darin gebadet hätten. Doch das lag am Wetter das uns nicht gerade holt auf der Reise gewesen war. Ich hatte auf dem letzten Stück um zügiger da zu sein nicht noch mal angehalten um wie üblich etwas Nahrung mitzubringen was sie gut gebrauchen konnten, deshalb steuerte ich nun als erstes auf den Rand des Marktes zu wo die ärmlicheren Händler waren die um jedes bisschen Geld kämpften. Ich ging langsam auf jene zu. Sah mich genaustens um und kaufte bald zwei Brote, etwas Obst und sogar etwas Fleisch in form von Hasen und Rebhühnern. Die Händler bekamen von mir immer etwas mehr als sie verlangten. Einige kannte ich schon daher freuten sie sich mich auch wiederzusehen. Hier und da hielt ich ein kleines Gespräch mit ihnen was es so neues gab in Luca oder Tydeion. Schlussendlich steuerte ich auf den Brunnen zu um meinem Pferd noch zu tränken ehe wir uns zum Ziel aufmachten. Ich nickte dem Herrn der dort saß kurz zu und klopfte den Hals meines Pferdes ehe ich begann mit dem Eimer das Wasser aus dem Brunnen für ihn zu holen.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Fr 16 Nov 2012 - 1:06

Thálion folgte mit seinen Blicken weiter dem Geschehen auf dem Marktplatz. Er nickte hier und da einem Bekannten zu und verspeiste ein Stückchen Brot und etwas Käse, das er ebenfalls in seinem Lederbeutel mit sich trug. Dann versank er in Gedanken. Wieso auch nicht? Durch seinen 'Beruf' hatte er nicht annähernd so viel zu tun, wie normal arbeitende Menschen. Nun ja, je nachdem wie gut das 'Geschäft' lief und wem er etwas von dem gestohlenen Geld gab. Denn er war niemand, der im Überfluss leben wollte oder musste. Lieber gab er anderen Bedürftigen etwas von den klimpernden Münzen ab.
Er sinnierte ein wenig über sein Leben nach. Seine Kindheit im Wald und die enge Verbundenheit, welche Lion immer noch zur Natur spürte. Fast alle Tiere waren seine 'Freunde'. Er bildete sich manchmal ein, sogar ihre Gefühle nachvollziehen zu können. Doch das war vermutlich ein reines Hirngespinst. Vor allem hütete er sich davor, seine Überlegungen jemand anderem mitzuteilen. Das konnte gefährlich werden und im schlimmsten Fall mit dem Tod enden. Denn viele Leute wollten von Hexerei nichts hören und mit Tieren 'sprechen' zu können war etwas ähnlich verwerfliches. Oh, wie sehr wünschte sich Thálion Durath, dass er wirklich mit den Tieren hätte reden können. Was Vögel nicht alles für Neuigkeiten herbeitrugen. Rehe, die im Wald umher spazierten, konnten sicherlich auch interessante Geschichten erzählen. Und Fische sollten ihm verraten, wie man unter Wasser leben konnte!
Auf einmal schreckte der junge Mann aus seinen Gedanken hoch. Er hatte ein Patschen gehört und wusste nun auch, woher es kam. Eine Frau stand neben ihm und tätschelte gerade ihrem Pferd den Hals. Gegrüßt hatte sie ihn nicht, oder er hatte es in durch seine Träumereien einfach übersehen...
Tai musterte sie unauffällig, die junge Frau musste in seinem Alter sein. Sie trug dreckige Kleidung, die auch er früher getragen hatte, wenn er durch den Wald streunte. Auch das Pferd war mit Schlamm verspritzt. Ihr Haar war braun und eher gelockt, die Augen wiesen den gleichen Farbton auf. Ihre Statur war schlank und wohlgeformt, doch Thálion hatte das unbestimmte Gefühl, dass sie trotzdem nicht unbedingt sehr weiblich vom Charakter her war. Nun ja, welche junge Lady ritt auch in einem solchen Outfit alleine durch die Lande. Neugierde überkam den jungen Mann und als er sah, dass die Fremde Anstalten machte, den Wassereimer in den Brunnen hinunter zu lassen, erhob er sich – ganz der nette Gentleman – und begann zu sprechen, während er vorsichtig das Pferd am Hals streichelte.
“Seid gegrüßt, my Lady. Darf ich Euch mit dem schweren Eimer behilflich sein?“ Er verbeugte sich leicht. Höflichkeit war etwas, das seine Mutter Lion eigentlich schon sehr früh eingetrichtert hatte. Eigentlich paradox, wenn man es genau betrachtete: Thálion stahl anderen Leuten das Geld vom Gürtel weg und war gleichzeitig ein freundlicher, respektvoller junger Mann...
Eine Hand des Dunkelhaarigen blieb am Hals des Pferdes liegen, während er auf eine Antwort der Lady in den Schlammgewändern wartete.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Fr 16 Nov 2012 - 16:46

Ich blickte zu dem Herrn in den eher unauffälligen Gewand hin. Mein Blick verweilte kurz abschätzend aber neutral und freundlich. Mein Pferd, schnaubte ruhig und entspannte seinen Hinterhuf. Spitze aber weiterhin aufmerksam die Hufe. Ich verfolgte das aus dem Augen winkel und nickte erneut.
"Das währe sehr nett von ihnen, Sir." antwortete ich ihm schließlich und ein kleines dankendes lächeln kam auf meine Lippen. Ich strich Lathron über seine Nüstern und Stirn. Mein Freund sollte gleich noch ne ordentliche Portion vom Heu bekommen. Ich hoffte sehr das mein Brief rechtzeitig angekommen war und sie seinen Stellplatz wieder hergerichtet hatten. Doch da machte ich mehr weniger Gedanken drum. Larco würde es sicher gemacht haben. Ich kraulte kurz Lathrons Stirn etwas was ihn genüßlich brummen ließ. "Das gefällt dir, mhmm. Gleich bekommst du noch etwas zu trinken, dank der Hilfe des Herrn und dann haben wir es bald geschafft." Lathron schnaubte wieder und kaute leicht. "Ja, und Futter bekommst du auch." Er hatte kein Zaum wie es üblich war an. Es bestand nur aus dem Lederzaum selber. Das Gebiss fehlte. Ich mochte es nicht und Lathron vertraute mir und ließ sich auch so ausgezeichnet leiten. Wer wollte schon durch die Gegend laufen und was im Mund dabei haben. Also ich nicht. Mein Blick ging wieder zu dem Herrn der mir mit dem Wasser half.
"Das ist sehr freundlich von ihnen, das sie mir helfen. Es gibt nicht viele von ihrer Art, mein Herr. Kann ich mich irgendwie erkenntlich zeigen?"
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am So 18 Nov 2012 - 14:18

Der junge Mann mit den dunklen Haaren begann ruhig und gelassen den Eimer mit Wasser aus dem Brunnen zu ziehen. Er war nicht leicht, doch ein Mann zeigte schließlich weder Anstrengung noch Schwäche. Wer dies tat, verlor schneller, als er gucken konnte, nicht nur sein Ansehen, sondern auch die meisten Kämpfe.
Thálion stellte den Eimer vor dem Ross ab und tätschelte noch einmal dessen Hals. Er war ein Pferdefreund, bewunderte ihre Eleganz und Anmut, die Kraft und Stärke, die Ausdauer und Vorsicht der schönen Tiere. Früher hatte er selbst ein Pony besessen, als Junge. Er war mit ihm durch den Wald gestreift, ohne Sattel, nur mit einer Trense auf dem Kopf des Tieres befestigt. Meistens hätte er nicht einmal diese gebraucht, denn das Pony – Barnabas hatte es geheißen – ließ er dorthin laufen, wo es hin wollte. Er hatte es niemals eilig gehabt, nie ein bestimmtes Ziel vor Augen. Als er die Lehre beginnen musste, gab er Barnabas weg, verschenkte ihn, mit dem Versprechen, er würde ihn irgendwann besuchen. Doch das hatte der junge Mann nie übers Herz gebracht.
Lion schreckte aus seinen Erinnerungen hoch, ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen. Er hatte definitiv eine sehr glückliche Kindheit gehabt, an die er sich gerne zurück erinnerte. Doch ab und zu musste man schließlich auch im Hier und Jetzt leben. Die fremde Frau hatte irgendetwas gesagt, er hatte natürlich nicht zugehört. Sollte er nachfragen und damit offen machen, dass er sich nicht höflicherweise auf ihre Anwesenheit konzentrierte? Oder sollte er einfach nicken? Hatte sie vielleicht nach seinem Namen gefragt? Er war etwas überfordert, bis die junge Frau abermals ihre Stimme erhob und sich bei ihm bedankte. Er antwortete prompt:
“Es ist sehr unhöflich von mir, dass ich mich noch gar nicht vorgestellt habe. Mein Name ist Thálion Durath. Darf ich auch den Eurigen erfahren?“ Er scannte die Frau vor ihm noch einmal mit neutralem und unauffälligen Blick ab. Die Kleidung machte ihn stutzig. Er konnte sie nicht zuordnen, beziehungsweise wusste nicht, warum so ein Mädchen in solchen Gewändern unterwegs war. Doch, wenn es eine geheime Mission sein sollte, würde sie diese Kleidung auch nicht in der Öffentlichkeit tragen.
Das wäre ja etwas, was er ihr als 'Gefallen' abverlangen konnte... “Es war mir ein Vergnügen Euch behilflich zu sein. Ich möchte dafür keinen Gefallen von Euch, sicherlich nicht, doch wenn Ihr mir eine Frage beantworten mögt?“
Unsicher blickte er sie an. Was, wenn sie einfach hinfort ging. Sie sah aus, als hätte sie ein Geheimnis. Doch welches? Oder trügte ihn sein Gefühl? “Ich bin ein neugieriger Mensch, zugegeben. Und doch verschwiegen wie ein Grab. Wollt Ihr mir verraten, warum Ihr solche Gewänder tragt und von Dreck besudelt seid? Ihr wurdet doch wohl nicht überfallen?“ Thálion stellte sich ein wenig dümmer als er war. Er kannte solche Kleidung. Waldläufer trugen sie, teilweise Spione des Königs. Doch sie konnte zu keiner Sorte der ihm bekannten gehören. Sie war eine Frau!
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am So 18 Nov 2012 - 16:16

Lathron schnaubte dankend als der Eimer vor ihm stand und senkte den Kopf um zu trinken. Dabei kraulte ich leicht seinen Hals. Mein Blick verweilte auf dem Fremden der sich mir nun auch vorstellte. Thálion Durath. Unauffällig gekleidet und doch hatte er etwas an sich was ich nicht genau beschreiben konnte. Mein Blick war ruhig und freundlich, aber dennoch nicht ersichtlich was ich dachte.
Gewiss dürft ihr fragen. Mein Name ist Valerya und dies ist mein treuer Freund Lathron." stellte ich mich und meinen Wallach vor. Beim klang seines Namens schnaubte er kurz ehe er noch ein paar Schlücke trank und dann seinen Kopf aus dem Eimer nahm. Sanft tätschelte ich seinen Hals. Als Thálion weiter fragte, nickte ich und lauschte seiner Frage. Blickte an mir herunter und dann wieder zu ihm.
"Nun das ist ganz leicht erklärt. Ich hab eine lange Reise hinter mir. Regen und Dreck hatten sich gegen uns verschworen und haften daher an uns. Überfallen wurde ich nicht. Ich weiß mich zu wehren und bessere Reisekleidung als anderes. Zudem trage ich sie sehr gerne." schmunzelte ich leicht.
Ihr braucht euch nicht Sorgen. Meine Pfeile treffen immer ihr Ziel und da ich außer dem was ich am Leib trage nichts bei mir habe, gibt es bei mir nicht viel zu holen." alles musst er nun auch nicht wissen von mir. Zudem wollte ich keine Fremden zuviel erzählen. Sonst kam ich nie bei meiner Bekannten und ihrem Sohn an und sie brauchten das essen und Geld mehr als ich.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Mo 19 Nov 2012 - 21:02

Der junge Mann spielte gedankenverloren an seinem Beutel herum, der ihm um die Hüfte baumelte. Beim Klimpern der Münzen umspielten seine Lippen ein leichtes, fast schadenfrohes Lächeln. Dann antwortete er der jungen Frau. “Es freut mich Eure Bekanntschaft zu machen, Valerya. Lathron ist ein edles Ross.“ Anerkennung erhob sich in seiner Stimme, als er noch einmal einen Blick auf das zufriedene Pferd warf. Er selbst hatte einmal ein zahmes Eichhörnchen gehabt... In seiner Jugend. Diese Zeiten waren für ihn schon lange vorbei, obwohl es erst einige Jahre zurück lag. Allgemein fühlte sich Thálion Durath nicht wie neunzehn. Dafür hatte er schon zu viel gesehen, war zu gerissen geworden. In seinem 'Beruf' musste man nun einmal schnell erwachsen werden.
Valerya lieferte ihm eine Erklärung für die Kleidung und den Dreck, doch Lion runzelte die Stirn. Irgendetwas störte ihn an der Aussage, er wusste nur nicht, was genau es war. Log sie ihn an? Aber was sollte sie zu verbergen haben. Das einzige, was wirklich ungewöhnlich war, war ihre Art zu Reisen. “Ja, das Wetter ist in letzter Zeit wohl niemandem gut gesonnen. Die Bauern werden auch zu kämpfen haben. Für mich allerdings ist es vorteilhaft.“ begann er unverfänglich wieder zu reden. Dann erst wurde der Dunkelhaarige direkter. “Ihr seid für eine Frau sehr selbstbewusst. Ich möchte Euch nicht zu Nahe treten, doch es verwundert mich, dass Ihr ohne männliches Geleit, bewaffnet und auf eher unkonventionelle Art reist. Ich vermute, Ihr stammt aus einem anderen Königreich.“ Ohne es zu wollen, legte sich ein leicht lauernder Unterton über seine Stimme.
Ihm war die Politik eigentlich egal, er kümmerte sich darum nicht sonderlich. Warum auch? Gesetzlos war er sowieso. Das einzige, was ihn interessieren musste war wohl, nicht geschnappt und bestraft zu werden. Lion sah in seinen 'Verbrechen' selbst nichts verwerfliches. Die Reichen hatten genug, die Armen zu wenig. Warum nicht ein wenig Ausgleich auf der Welt schaffen? Dummerweise waren die Schergen des Königs auch eher wohlhabend und natürlich erpicht darauf, ihren Wohlstand fortführen zu können. Und das war gefährlich...
Eine Sache fiel Thálion noch auf, wenn er länger darüber nachdachte. Sie hatte ein edles Ross und hatte offensichtlich einen Bogen und Pfeile, die, wenn sie wirklich immer ihr Ziel trafen, nicht nur durch reine Schießkunst so gut sein konnten. Das Material musste stimmen und gute Pfeile waren teuer. Und trotzdem sagte sie, sie habe nichts, was sie nicht am Leib trage? Er setzte schon zum Reden an, brach dann aber ab. In die Enge treiben wollte er Valerya nicht.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Mo 19 Nov 2012 - 21:32

Ich kraulte Lathron sanft weiter welcher dazu überging ein wenig zu dösen unter meinem sanften kraulen. Thálion schien ebenso eine besonders gute Aufmerksamkeit zu besitzen bei der Art seiner Fragestellungen.
"Eure Auffassungsgabe ist Bemerkenswert Thálion. Ihr habt ganz recht, ich stamme nicht von hier. Ich komme aus Askalon und besuche hier eine Bekannte mit ihrem Sohn. Zudem ist Tydeion bekannt für seine Ausgezeichneten Waffen und ich komme gerne einmal hier auf den Mart um mich zu erkundigen was es so neues gibt. Auch wenn ich Pfeil und Bogen zur Jagd einsetzte um an etwas essbares zu kommen, so hab ich hin und wieder schon den ein oder anderen Bogenschießwettbewerb erfolgreich bestritten. Und um mich mit den anderen zu messen, bedarf es halt ausgezeichneter Waffen." das war noch nicht mal gelogen. Ich aß so gut wie nie zuhause sondern stehts im Wald von dem was ich gepflügt oder erjagt hatte. Und an den Wettbewerben nahm ich stehts teil. hatte so gar schon ein paar gewonnen und meiner Bekannten hier das Geld zukommen lassen, das sie sich und ihren Sohn über Wasser halten konnte.
"Und um auf eure Frage zurück zu kommen, warum ich allein Reise. Nun ich bin nicht gerne in Gesellschaft, je mehr man ist desto auffälliger ist man. Zudem Vertrau ich kaum jemanden. Hinter jedem ach so freundlichen Gesicht kann ein Mörder stecken der in einem unbedachten Augenblick dir die Kehle aufschlitzt und dann mit deinem hab und gut verschwindet." Lathron schnaubte und es klang irgendwie zustimmend. Ich blickte zu meinem treuen vierbeinigen Freund hin kurz und lobte ihn sanft durch das tätscheln seines Halses. Dann wand ich mich wieder Thálion zu.
"Glaubt ihr den das ich Schutz benötige? Sollte ich etwas wissen, was ihr wisst und ich nicht?"
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Di 20 Nov 2012 - 11:21

Seine Auffassungsgabe war bemerkenswert? Das würde er jetzt nicht behaupten. Überlebenswichtig, ja. Man musste Stadtschergen sofort erkennen, Feind und Freund ausmachen können. Sonst konnte man als Dieb nicht gewinnen, ansonsten würde er schon lange in einem dunklen Kerker hocken oder hätte seine Hand verloren. Vielleicht wäre er auch schon tot. Wer wusste schon, was sich die Herrscher des Landes ausdenken konnten. Es interessierte ihn herzlich wenig, was die Thronfurzer Tag ein, Tag aus trieben, doch er zitterte innerlich, wenn er an die Strafen dachten, die ihn erwarteten, falls man ihn erwischte.
“Ihr seid eine bemerkenswerte Frau. Und, auch wenn ich, Eurer Meinung nach, eine gute Auffassungsgabe besitze, werde ich aus Euch nicht schlau. Welche Frau reist denn alleine durch die Gegend? Nein, besser gesagt: Welcher Ehemann erlaubt Euch das? Wer hat kein Haus und Kinder zu versorgen, dass er einfach in fremde Länder reiten kann. Und wofür braucht eine – an sich sehr zarte - Gestalt wie Ihr eine Waffe? Ihr seid definitiv anders, als alle Frauen, die ich vorher getroffen habe. Faszinierend und zugleich ein wenig beängstigend.“
Thálion verfiel etwas ins Süßholzraspeln. Er konnte es nicht lassen, wenn er sich länger mit einer Frau unterhielt, zumal Valerya sehr hübsch anzusehen war. Ihre Braunen Haare, obgleich auch sie wahrscheinlich Dreck enthielten, wirkten leicht und glänzend. Sie interessierte ihn, da brauchte sich Lion nichts vorzumachen. Er zwang sich, Valerya zuzuhören und sich nicht stattdessen innerlich schon eine Taktik zu überlegen um die junge Dame flach zu legen.
“Wenn Ihr so redet, kann man nicht glauben, dass Ihr Schutz benötigt. Niemandem Vertrauen entgegen bringen ist vielleicht gar keine schlechte Idee, doch diese Einstellung bringt Einsamkeit, die man sonst vielleicht nicht erdulden müsste. Eure Worte mögen selbstbewusst und hart sein, doch ich kann und will nicht glauben, dass jemand tatsächlich nicht mit anderen Menschen zusammen sein möchte.“
Thálion Durath redete gerade ungewöhnlich viel für seine Verhältnisse. Er war normalerweise eher der schweigsame Typ, konnte gut zuhören und somit auch seine Gesprächspartner schnell analysieren. Doch bei dieser Frau überkamen Lion fragen über fragen, die er sich selbst nicht zu beantworten vermochte. Und sie war vermutlich auch eine härtere Nuss als zahlreiche andere Frauen, welche er verführt hatte. Probieren kostete nichts, doch bei Valerya musste er subtiler vorgehen.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Di 20 Nov 2012 - 12:21

Ich musste etwas schmunzeln über seine vielen Fragen. Doch kannte ich es irgendwie auch. Jemand wie mich sah man nicht alle Tage und wenn meine Eltern von dem hier wüssten, würden sie mich glatt in einen der Türme sperren und nicht mehr heraus lassen. Zu meinen eigenen Schutz wie sie meinten, bis der Tag kam an dem ich heiraten musste. Doch bisher hatte ich sie alle gut vergrault. Ich war ihnen zu ... selbstbewusst .. zu unnachgiebig ... nicht zähmbar. Ich war halt keine Typische Frau von Adel die sie wollten. Ich war viel mehr eine wilde für sie, mit denen sie nichts zutun haben wollten.
"Das könnte daran liegen das ich nicht verheiratet bin, keine Kinder habe und auch wenn ich eigentlich ein Dach über den Kopf in meiner Heimat habe, es vor ziehe lieber im Wald zu leben als eingesperrt hinter Mauern. Wenn meine Eltern wüssten wo ich stecke, würde ich nie mehr ein Stück Wald sehen oder ausreiten dürfen mit Lathron."
Fasste ich grob zusammen. Zuviel preisgeben wollte ich nicht. nachher war er irgendjemand der meine Eltern erpressen wollte. Auch wenn ich sie nicht leiden konnte, ich war ihre Tochter und so etwas wollte ich ihnen dann doch nicht antun. Ich rebellierte zwar und je nachdem würden meine Eltern auch nicht zahlen sondern froh sein mich los zu sein, je nach Laune und besonders wenn sie hörten wo ich steckte. Ich wurde bei seinen weiteren Worten etwas ruhiger und ernster. Mein lächeln verschwand und eine Spur von Traurigkeit lag in meinen Zügen.
"Ja, es ist sehr Einsam. Doch dort wo ich aufgewachsen bin wird mein verhalten von meinen Eltern stehts bestraft. Sie ließen mich überwachen und alles. Daher traue ich keinem. Ich will einfach nur frei sein, aber das versteht keiner. Es ist nicht so das ich wirklich keinen Menschen um mich haben will. Es ist einfach das, das ich keinen bisher kenne der mich so akzeptiert wie ich bin. Meine Bekannte die hier lebt mit ihren Sohn, ist die erste. Sie heißt es zwar nicht gut das ich die Gefahren volle Reise für sie und ihren Jungen auf mich nehme, aber sie akzeptiert es und ist dankbar.Sehr viele sehen es leider nicht so. Sie packen mich in eine Schublade. Frau hat gefälligst zuhause zu sein, brav sich um den Haushalt zu kümmern, ihrem Mann gefällig zu sein so wie es die Pflicht verlangt und sich gut um die Erziehung der Kinder zu kümmern so wie eine gute Gastgeberin zu sein." ich hielt kurz innen ehe ich weiter sprach.
"Doch so jemand bin ich nicht. Es ist mir zuwider mich unterzuordnen, nur weil ich eine Frau bin. Ich weiß nicht was meine Zukunft für mich bereithält. Aber ich hoffe einfach das sollte ich später wirklich einmal einen Ehemann finden, das er mich so lässt wie ich bin und nicht in diese Schublade hinein zwingt."
Himmel, jetzt hatte ich zu viel von mir preis gegeben. Das war nicht gut. Ich sollte mich schleunigst auf den Weg machen. Ich klopfte noch einmal Lathrons Hals und stellte den Eimer auf den Brunnenrand.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Di 20 Nov 2012 - 22:07

Wie alt mochte Valerya sein? Er schätzte sie auf circa achtzehn bis zwanzig Jahre. In diesem alter waren normale Mädchen bereits verheiratet, brachten die ersten Kinder auf die Welt. Es irritierte ihn etwas, dass sie nicht zu dieser Sorte gehörte. Doch ihre Reise ohne Begleitung und die eigenwillige Kleidung sprachen definitiv für ihre Entscheidung, erst einmal keine Familie zu gründen. Welche Eltern spielten da mit? Ließen sie so ein 'wildes' Leben führen, dass sonst nur Männern vorbehalten war? Doch anscheinend wussten diese nichts von ihrer weiten Reise nach Tydeion. Thálion würde sie sicherlich nicht verraten, selbst wenn er gewusst hätte, wer Valerya's Eltern waren. Es imponierte ihm, dass sie ihren Lebensstil so selbstsicher vertrat und sich nicht aus der Bahn werfen ließ.
“Dann lasst Euch nicht von jemandem erwischen, der Eure Eltern kennt und nicht schweigen kann.“ Ein Rat, den sie sicherlich selbst schon lange beherzigte. Sie schien schließlich weder dumm, noch auf den Mund gefallen zu sein. Immerhin verriet Valerya nicht viel von sich selbst, drückte sich vorsichtig aus, damit kein Aussenstehender in ihre Gedanken eindringen konnte.
Doch kaum hatte Lion zu Ende gedacht, verschwand das Lächeln der jungen Frau und ein Hauch von Traurigkeit überschattete ihre Miene. Sie schien wirklich unter den Erwartungen anderer Menschen zu leiden... Aufmerksam hörte der junge Mann zu, als Valerya weiter sprach.
Auf einmal gewährte sie ihm Einblicke in ihr Leben, von denen er nicht wusste, ob er sie haben wollte. Doch andererseits... Verletzliche Mädchen waren leicht herumzukriegende Mädchen. Man wusste, an welcher Stelle man sie packen konnte, musste nur den verständnisvollen Mann spielen, der sie sicherlich niemals enttäuschen würde. Innerlich grinste Thálion – fast schadenfroh, doch nach außen ließ er sich nichts anmerken.
“Es ist schön, Freunde zu haben, denen Ihr Euch öffnen könnt. Sie sind meist wichtiger als die Familie. Denn diese kann man sich nicht aussuchen. Auch wenn Ihr Eure Eltern sicherlich nicht enttäuschen wollt, ist es doch wichtig, Eure Freiheit zu behalten, denn solange Ihr diese habt, kann Euer Geist wachsen und stark sein. Einengung und Gefangenschaft bricht den Geist, verstümmelt ihn und hinterlässt nur ein schwarzes Loch und seelische Leere.“
Dies war der Grund, warum er nicht weiterhin seinen Beruf als Schmied ausübte, obwohl er sicherlich nicht schlecht darin war. Er hasste es, zu den normalen Leuten zu gehören, die Tag ein und Tag aus das gleiche Leben lebten. Nur bei dem Gedanken daran schüttelte es Thálion.
“Ihr werdet sicherlich einen Mann finden, der Euch respektiert. Ihr seid eine sehr hübsche und kluge Frau. Viele sind sicherlich von Euch eingeschüchtert. Doch ich finde dies begehrenswert. Denn eine Dame, welche ihre Meinung vertreten kann, ist interessant und auch eine Hilfe, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Man sollte niemals sein Licht unter den Scheffel stellen, Valerya.“
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Di 20 Nov 2012 - 22:24

Mein Blick wurde wieder undurchsichtig und mischte sich mit einem leichten schmunzeln. Interessant wie er darüber dachte, dies zeigte das er wahrlich nicht auf den Kopf gefallen war und wusste wohl wovon er sprach. Ich hatte selten die Gelegenheit mit so einem Menschen zu sprechen.
"Da stimme ich euch zu. Jeder sollte sich seine Freiheit bewahren. Den die alleine bestimmt den Weg den man geht. Und ich möchte noch einige gehen." musste ich leicht lachen. Ich tat mich schwer Komplimente anzunehmen die auf mein Äußeres ansprachen, doch blieb ich heute mal höfflich wenn auch leicht neckend.
"Ja, doch an mir ist schon was dran, doch da ich ja fast alle einschüchtere und ihr mich begehrenswert findet so kann ich doch nur sagen. Das alles hier bleibt verborgen und nicht zugänglich. Schließlich darf ich den Teil nur meinem Ehemann geben." zwinkerte ich ihm zu und nahm Lathrons Zügel in die Hand.
"Doch sollte ich euch einmal bei einer Endscheidung helfen, so gebt mir bescheid." schmunzelte ich ihm zu.
"ich muss euch nun leider verlassen. Möchte euren Brunnen nun nicht mehr in Beschlag nehmen und meine Bekannte erwartet mich. Es freut mich sehr das ich euch kennen lernen durfte heute. Die Schöpferin scheint bei dem Wetter wohlgesonnen zu sein."
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Mi 21 Nov 2012 - 12:51

Die Freiheit bestimmte den Weg, den man ging? Interessante These, so hatte Thálion Durath das noch nicht gesehen. Er war einfach daran gewöhnt, sich seine Freiheit zu nehmen. Doch diese hatte ihn schließlich zum Verbrecher gemacht. Also war Freiheit nicht auch eine Art Zwang? Unterlag alles einem Schicksal, oder war der Mensch grundsätzlich frei von allem? Und wenn nicht, wer bestimmte dieses Schickal? Er selbst glaubte nicht an Gott oder mehrere Götter, an Auferstehung, ein Leben nach dem Tod, das Paradies oder die Hölle. Er wusste nicht, was passierte, wenn man starb. Er hatte Leute bisher einschlafen und nicht mehr aufwachen sehen. Das war der Tod. Nicht mehr und nicht weniger. Oder? Wachten Geister oder Seelen über die Menschen?
Der dunkelhaarige junge Mann mit dem markanten Gesicht kam ins Grübeln. Wieso war er zum Dieb geworden? Nur wegen seines Charakters? War er ein schlechter Mensch? Oder war er ein guter Mensch, weil er seinen eigenen Weg gesucht und gefunden hatte?
“Ich weiß nicht, ob uns die Freiheit nicht auch einen Zwang auferlegt. Bei Euch ist es die Geheimhaltung, bei mir der Beruf, den ich jetzt ausübe, da ich meine alte Aufgabe nicht mochte und sie mich eingeengt hat. Die reichen Protze und Adeligen haben mich genervt, wie sie mit ihrem Geld umherschmissen und doch kein Almosen für die Bedürftigen übrig hatten. Aber hauptsache eine neue, tolle Rüstung, mit der sie doch nie in den Krieg ziehen würden, da ihr Leben ihnen zu lieb ist.“ Er konnte sich mit diesem Thema richtig in Rage reden, doch hier ging es um etwas anderes.
“Ihr möchtet keinen Ehemann, aber nur diesem soll der Teil unter Eurer Kleidung eröffnet werden? Eine paradoxe Idee, wollt ihr nicht als alte Junfer sterben. Doch bis Ihr altert, werden wohl noch etliche Jahre ins Land gehen und selbst dann seid Ihr vermutlich noch adrett anzusehen.“ Lion fiel es nicht schwer, diese Komplimente zu verteilen, Valerya war wirklich hübsch. Er sah, dass sie eigentlich in Aufbruchstimmung war, doch so schnell wollte er seine Chance nicht verstreichen lassen.
“Ihr könntet mir bei der Entscheidung helfen, ob ich Euch den Hof machen soll, oder ob meine Aufwartung vergebens ist.“ Thálion lächelte freundlich und blinzelte Valerya leicht zu. Sie schien zwar abweisend zu sein, doch er gab die Hoffnung noch nicht ganz auf. Das lag nicht in seiner Natur. Er hatte schon andere Frauen verführt, oft durch sein Äußeres und den Charme, den er spielen ließ, seltener durch intensive Gespräche, wie er jetzt eines mit Valerya führte.
“Es wäre wirklich schade, wenn Ihr nun schon von dannen ziehen wolltet. Denn ich genieße Eure Gesellschaft sehr und wäre froh, Euch wiederzusehen. Auch wenn Ihr wohl selten nach Tydeion und gar nach Luca kommen werdet. Denn die Sonne kam erst zum Vorschein, als Ihr dieses Marktplatz betratet.“ Sein Blick wurde wehmütig, als er Valerya direkt in die Augen sah und fast schüchtern lächelte. Eine Masche... Ja, er konnte überzeugend schauspielern, wenn er wollte. Vielleicht auch durch seinen 'Beruf'. Denn auch hier waren Tipps und Tricks gefragt.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Mi 21 Nov 2012 - 14:01

Interessant. Er hatte seinen alten Beruf abgelegt und einen neuen gewählt da ihm die gehobene schicht ein Dorn im Auge waren da sie Gefühlskalt und für ihn kein Herz besaßen. Wie gut kannte ich das nur selbst. Ich war so gar nicht wie die meines gleichen. Wenn es nach meinen Eltern ginge währe ich genauso wie jene die er verabscheute. Doch dann hätte ich ihn wohl auch nie kennengelernt, da ich dann niemals nach Luca gekommen währe. Ein hauch vom Schicksal? Wer wusste das schon.
"Ich verstehe euer Missfallen nur zu gut. Ich selbst erlebe diese Art Tag täglich in meiner Heimat. Eines der Gründe warum ich so geworden bin wie ich bin wohl. Daher setz ich mich auch mehr für die ein die wirklich Hilfe bedürfen. So auch meine bekannte hier, der keiner beisteht. Sie kämpft jeden tag darum das ihr Sohn leben kann und sie nicht zu Grunde gehen. Den eine helfende Hand haben sie nicht außer mir." Ich hatte ihr schon öfters angeboten das sie mit mir kommen sollte. Doch sie wollte hier nicht weg. Es war ihre Heimat. Sie war hier aufgewachsen und hier war ihr Mann beerdigt worden. Sie wollte ihn selbst über den Tod hinaus nicht verlassen.
"Wie viele Jahre ins Land gehen bis der Ehemann wohl in mein Leben tritt kann ich nicht sagen. Doch gewiss werde ich nicht als alte Jungfer sterben. Und auf eure Endscheidung mir bezüglich kann ich nur folgendes sagen. Ihr seit der erste seit sehr langer Zeit der es ausgehalten hat länger als 5 Minuten mit mir zu sprechen und doch noch interessiert an mir ist." fügte ich meinen Worten ein kleines Kompliment hinzu, das durch ein schmunzeln unterstrichen wurde. Er war wahrlich ein charmanter Herr, doch etwas in mir warnte mich auch vor ihm. Wie dem auch sei, ich würde schon dahinter kommen.
"Nun, wenn ihr wirklich so denkt dann würde ich euch gerne die Freude machen und euch ein zweites treffen anbieten. Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, das ihr nie mehr die Sonne seht." zwinkerte ich ihm ganz leicht zu mit einem leichten spitzbübigen lächeln.
"Morgen zur Mittagsstund hier auf dem Marktplatz an diesem Brunnen. Dann werde ich ja sehen, wie erst ihr eure Komplimente mir gegenüber meint und wie es um eure Worte steht."
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Do 22 Nov 2012 - 12:30

“Es ist traurig, wie viele Menschen zu Grunde gehen, nur weil das System versagt. Weil die Obrigkeit sich um sich selbst kümmert und kein Interesse an den einfach Leuten wie uns zeigt. Wobei ich davon ausgehe, dass, wenn Ihr teure Waffen kaufen könnt, einigermaßen gut betucht seid. Und auch ich gehöre nicht zu den Ärmsten. Uns dürfte es noch gut gehen.“
Er lächelte schwach. Das war kein Trost für das Leid und Elend auf der Welt. Manchmal, wenn Thálion einen schwachen Moment hatte, empfand er Mitleid für die Leute, die er beklaute. Doch dann dachte er wieder daran, was er mit dem Geld anfangen konnte und wie vielen Menschen, die sich nicht einmal ein Brot leisten konnten, er damit schon geholfen hatte. Er tat es freiwillig, nicht einmal aus dem Empfinden heraus, Anerkennung dafür zu wollen. Er konnte bloß keine verhungerten Bettler mehr sehen. Und er brauchte nicht so viel Geld, wie er normalerweise erbeutete. Einiges blieb immer übrig.
“Warum sollte ich nicht mich Euch sprechen wollen? Ihr seid ein angenehmer Zeitgenosse mit viel Lebensweisheit für Euer zartes Alter.“ fuhr er fort, als Valerya wieder angefangen hatte zu reden. Auch sie schien ab und zu mit ihren Gedanken abzuschweifen, jedoch nicht so stark wie er selbst. Thálion musste wirklich anfangen sich zu konzentrieren. Bei der Arbeit ging das, bei allem anderen fehlte ihm oft das Durchhaltevermögen.
Er lächelte, als Valerya ihm das zweite Treffen anbot. Hatte er es doch einmal mehr geschafft. Er würde das hübsche Ding rumkriegen, so viel war ihm nun schon sicher. Bisher waren ihm nur wenige Mädchen nicht verfallen.
“Ich würde mich sehr freuen und ich werde auf jeden Fall da sein. Ich wünsche Euch bis dahin eine schöne Zeit bei Eurer Bekannten, die Ihr mit so großem Herz unterstützt. Ich werde die Stunden bis zum morgigen Mittag gewiss voller Ungeduld zählen, dann die Minuten und schließlich die Sekunden.“ Noch einmal lächelte er und klopfte Lathron zum Abschied den Hals. Er war ein sehr geduldiges Pferd, war nicht herumgetänzelt oder hatte versucht, sich von seiner Besitzerin abzuwenden. “Und kümmert Euch gut um Lathron, er ist ein tolles Pferd. Er hat Eure Fürsorge wahrlich verdient.“
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Do 22 Nov 2012 - 15:58

Ich schmunzelte leicht und nickte schließlich. Ja, doch angenehmer Zeitgenosse war er ebenso und doch wurde ich noch nicht ganz aus ihm schlau. Wie dem auch sei. Ich lächelte ihm noch einmal zu.
"Das werde ich. Das wohl von Lathron liegt mir sehr am Herzen. Auf ein wiedersehen bis morgen zur Mittagszeit."
Sprach ich zu ihm ehe ich Latrohns Zügel in die Hand nahm und Thálion noch einmal anblickte. dann wand ich mich ab und ging mit meinen vierhufigen Freund durch die Menge des Marktes. Schaute hier und dort noch einmal hin was angeboten wurde. Lathron blieb nah an meiner Seite und ich spürte immer wieder wie er seinen Kopf an meine Schulter legte. Er war so ein lieber Bursche. Schließlich hatte ich alles zusammen und verließ den Marktplatz Richtung des Armenviertel. Hier und dort reichte ich den Bettlern zwei Goldmünzen womit sie sich ein paar Tage versorgen konnten und es auch hoffentlich taten statt es zu vertrinken oder spielen. Ich steckte ja nicht in der Person die von mir Hilfe bekam drin. Je weiter ich das Zentrum der Stadt verließ und in den hinteren düsteren, dreckigen Teil gelangte, desto ruhiger wurde es. Der Gestank und Dreck nahm zu. Hier wurde selten sauber gemacht. Lathron schnaubte und ich klopfte seinen Hals.
"Schon gut Junge wir sind gleich da." sprach ich zu ihm und wendete ab in eine kleine Seitengasse nahe der Mauer. Es war eine Sackgasse und das Haus meiner Bekannten war das letzte am Ende. Ich führte Lathron nun dorthin. Ein paar Kinder spielten auf der Straße mit ein paar Steinen. Ich kannte ein paar von ihnen. Sie wurden sehr rasch auf uns aufmerksam und ich lächelte ihnen zu. Sofort kamen sie angelaufen und begrüßten mich freudig.
"Ich hab euch sogar etwas mitgebracht." erstaunt sahen mich die Kinder an und ich nickte ehe sie fragten was es den währe. Ich griff nach der einen Satteltasche und öffnete jene. Hielt ihnen einen aus Leder zusammengenähten und mit Schafswolle gestopften Ball hin so wie für jeden ein Goldstück.
"Für euch zum spielen und für jeden von euch ein Goldstück. Karven wie geht es deiner Mutter? Hat sie sich von ihrer Erkältung erholt?" Der Junge schüttelte den Kopf.
"Nein,Valerya. Sie ist vor zwei Monaten gestorben." sprach er traurig.
"Oh je, das tut mir so Leid. Kommen dein Vater und du gut über die Runden oder braucht ihr Hilfe?"
"Müssen wir ja irgendwie. Er hat jetzt eine Arbeit bei einem Bauern, außerhalb der Stadt, bekommen. Ich seh ihn kaum noch. Darum kümmern sich Flavus Eltern sich mit um mich und Vater gibt ihnen dann immer etwas Geld ab das er bekommt."
Ich nickte dem Jungen zu. Ich unterhielt mich noch etwas mit ihnen kurz ehe sie mich noch das letzte Stück begleiteten ehe sie mit ihrem Ball spielen gingen. Ich sah ihnen noch einen Moment zu. Ein Goldtaler war hier ein halbes Vermögen. Die Kinder und ihre Eltern konnten froh sein wenn sie nen Kupfertaler mal bekamen oder einen als Silber. Das würde ihnen schon die Welt bedeuten. Ich wand mich nun schließlich wieder ab und klopfte an die Tür des Hauses das dem einsturz nah war, zumindest so aussah. Es dauerte einen Moment bis sich die Tür öffnete und Larco die Nase durch die Tür steckte. Kaum das er mich sah fing sein trauriger Blick an zu strahlen.
"Valerya!" sofort fiel er mir in die Arme und ich drückte den Jungen sanft.
"Hallo Larco. Schön dich zu sehen. Es ist viel zu lange her." Der Junge nickte und drückte sich an mich. Wollte mich gar nimmer loslassen. Einen Moment blieb ich so bei ihm hocken ehe ich leise schritte hörte und wenig später schon eine kränkliche Stimme ertönte.
"Valerya, bist du das?" Larco drehte sich um zu seiner Mutter und auch ich sah sie an.
"Aber Mama, du solltest doch liegen bleiben. Bitte leg dich wieder hin. Wir kommen gleich zu dir." sprach der kleine Junge sichtlich besorgt was in Anbetracht von Kristins aussehen nicht von weit hergeholt war.
"Hallo Kristin. Ja ich bin es. Leg dich wieder hin. Ich bin sofort bei dir. Larco hilft mir nur rasch Lathron zu versorgen." Die Junge Frau nickte und ging langsam wieder zurück. Ich sah ihr nun ebenso besorgt nach ehe ich mich an Larco wand. Er ließ mich mit Lathron vorgehen ins Haus und dann öffnete er die Seitentür wo alles schon für mein Pferd vorbereitet war.
"Ich hab bei dem Bauer wieder gearbeitet und ihn gefragt ob ich statt Geld das Stroh und Heu haben kann. Und weil ich so fleißig war, hat er mir mehr gegeben als abgemacht." Ich lächelte dem Jungen zu und nickte. Lathron kannte den Raum schon. Er war schon dreimal hier drin gewesen. Er war nur vom Haus her zugänglich, hatte aber ein Fenster das offen war und daher je nach Jahreszeit sehr kalt. Doch die Familie konnte es sich nicht leisten auch diesen Raum zu reparieren oder gar zu heizen. Nachdem Lathron versorgt war und genüsslich sein Heu fraß, packte ich die Sachen aus die ich für sie mitgebracht hatte und verstaute sie gut mit Larco. Kirstin sah uns von ihrem Bettlager aus zu. Hustete immer wieder und krampfte stark. Das hörte sich nicht gut an. Ich legte noch einen scheid Holz ins Feuer und bereitete einen Tee zu. Danach setzte ich mich mit Larco und Kristin an ihr Bett und wir erzählten ein wenig miteinander was in letzter Zeit passiert war so bei uns.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Sa 24 Nov 2012 - 22:56

Nachdem Valerya in der Menge verschwunden war, lächelte Thálion einmal breit. Er hatte es einmal mehr geschafft. Wieder war ihm eine Frau ins Netz gegangen. Noch dazu eine sehr interessante. Er freute sich auf das Treffen am folgenden Morgen. Er wusste nur noch nicht, wie er sie endgültig an seinen Haken bringen und dort zappeln lassen konnte. Und vor allem wurde er das Gefühl nicht los, dass er sich an Valerya gehörig die Finger verbrennen konnte. Sie kam ihm etwas eigen vor, ein wenig seltsam sogar, doch was wusste er schon über ihre Hintergründe.
Lion beschloss, sie am nächsten Tag etwas ausführlicher zu befragen und schlenderte gut gelaunt mit klimpernden Beutel quer über den Marktplatz. Grinsend stellte er fest, dass der Mann, den er beraubt hatte, immer noch fluchend seinen Begleitern von dem dreisten Diebstahl erzählte, er lief kaum drei Meter neben den Männern vorbei und doch bemerkte der Bestohlene in seiner Rage nichts. Er hatte es wahrlich verdient. Ein eingebildeter, arroganter Mann... Thálion verspürte den Drang ihm einen Faustschlag auf die Nase zu versetzen, unterließ es jedoch vernünftigerweise.
Er verließ den Marktplatz und schlenderte durch einige Gassen, die immer enger und dunkler wurden. Er lebte in keinem reichen Viertel der Stadt, doch auch nicht bei der dreckigsten Unterschicht. Eigentlich hatte er es sogar sehr gut getroffen, sein Zimmer war schön, die Vermieterin nett. Er zahlte regulär nicht viel Geld, gab aber immer etwas zur Miete dazu. Und er konnte darauf schwören, dass die Bäckerin verschwiegen war. Niemals würde ein Wort aus ihrem oder dem Munde ihres Mannes nach außen dringen, denn sie wussten in etwa über seine Tätigkeiten Bescheid und unterstützten ihn sogar, indem sie ihm Neuigkeiten über Festzüge oder Zusammenkünfte der Reichen brachten.
Bald war Thálion Durath an dem Fachwerkhaus angekommen, es war vorne schmal, ging aber weit nach hinten hinaus und hinter dem Haus befand sich ein großer Ofen, in dem das Brot und allerlei Süßes gebacken wurde. Ihm lief das Wasser im Mund zusammen und er freute sich auf das leckere Fleisch, das er heute Mittag auf dem Markt erstanden hatte. Dazu würde Cassandra, so hieß die Bäckerin, sicherlich ein frisches Brot reichen. Sie aßen grundsätzlich zusammen. Thálion besorgte Fleisch, Gemüse und Obst, Cassandras Mann Rhonwei die Zutaten für das Backwerk und Cassandra bereitete alles zu. Das Ehepaar war kinderlos, es hatte trotz etlicher Versuche nicht geklappt und so hatten sie Thálion schon immer als eine Art Sohn gesehen, auch wenn er nur zehn Jahre jünger als Cassandra war.
Er klopfte gut gelaunt an die Tür und bald darauf hörte er das Knarren der alten Stiegen, als Cassandra die Treppe hinunter lief und ihm schließlich öffnete. Ihre Miene war sorgenvoll und sie wirkte abgespannt und müde. “Was ist los?“ fragte der junge Mann anstelle einer Begrüßung und trat ein. “Der Bauer verlangt zehn Silberpennys mehr für den Sack Mehl als zuvor. Wenn er den Preis noch einmal aufschlägt, müssen wir auch erhöhen oder wir enden am Bettelstab.“ antwortete die Frau und zog Lion zur Feuerstelle in die Wohnstube, die den beiden gleichzeitig als Schlafraum diente. “Und erhöhen wollt ihr nicht, um die Käufer nicht unnötig finanziell zu belasten.“ fuhr Lion fort und Rhonwei grunzte zustimmend. Es war das alte Leid. Auch die Bauern hatten immer weniger Geld, darunter litten die Leute, die das Getreide weiter verarbeiteten und darunter die Abnehmer. Und Brot brauchte jeder zum Leben, das war einfach sicher.
Thálion zog seinen Lederbeutel hervor, er würde die beiden schon wieder aufmuntern können. Als erstes legte er das große Stück Fleisch auf den hölzernen Tisch, daneben breitete er die Äpfel und Mohrrüben aus und schlussendlich holte er den kleineren Beutel hervor, griff hinein und zog eine Hand voll Münzen hervor. >>Der Kerl war wirklich reich<< stellte Lion begeistert fest und grinste innerlich über beide Ohren.
Er legte vier Goldpennys, das war eine doppelte Monatsmiete, auf den Tisch und dazu noch zehn Silberpennys. “Für Eure tolle Versorgung und als kleine Beihilfe zum Mehlkauf.“ meinte er fröhlich, als Cassandra und Rhonwei ihn entgeistert anblickten. Bevor die Diskussion losging, dass sie das nicht annehmen könnten und woher das Geld überhaupt stamme, würgte der junge Mann das Ehepaar schon ab. “Ich habe heute ausgezeichnet verdient, ich könnte mir mittlerweile durch mein Gehalt ein eigenes kleines Haus leisten, doch ich fühle mich bei euch sehr wohl. Deshalb nehmt das Geld bitte an. Ich habe im Moment zu viel davon und bin froh, wenn ich damit jemandem helfen kann.“ Keiner der beiden fragte nach, woher das Geld gekommen war. Und so wurde es ein sehr friedliches, lustiges Abendessen. Danach ging Thálion zu Bett und schlief gleich ein.

Am nächsten Morgen stand der Dunkelhaarige zeitig auf, er holte einen großen Eimer Wasser vom Brunnen, der nicht weit vom Haus entfernt war und wusch sich das Gesicht. Er hielt viel von der Reinigung durch Wasser, während andere behaupteten, man würde davon krank. Natürlich, wenn man es nicht warm machte. Denn aus irgendeinem seltsamen Grund war das kalte Wasser teilweise wirklich gefährlich. Er zog seine Kleidung an und richtete das Frühstück her. Das Ehepaar war schon lange in der Backstube und arbeitete kräftig, doch der junge Mann hatte einen tiefen Schlaf und vermutlich hätte ein Kreuzzug ihn auch nicht aufwecken können.
Dann aßen die drei zusammen und Thálion half bei einer Reparatur am Haus. Er würde heute nichts 'arbeiten' müssen, das Geld reichte für eine Woche völlig aus, danach würde er sich wieder Gedanken machen.
Kurz bevor es Mittag wurde, machte er sich wieder auf den Weg zum Marktplatz. Unterwegs gab er einigen Kindern, die im Dreck vor den Häusern spielten, einige Pennys und gelangte schließlich beim Brunnen an. Valerya war noch nicht zu sehen... Er entschloss sich zu warten und holte vorsichtshalber einen Eimer voll Wasser aus dem Brunnen. Außerdem hatte er zwei Mohrrüben mitgebracht, das brave Ross Lathron sollte schließlich auch etwas abbekommen und Thálion spürte, dass Valerya fiel an ihrem Pferd lag.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am So 25 Nov 2012 - 0:30

Ich achtete sehr darauf das Kristin jetzt wo ich da war sich auch wirklich im Bett aufhielt. Zudem nahm ich mir vor, solange hier zubleiben bis sie wieder gesund war. Ich würde Zuhause zwar für Jahre eingesperrt werden und so einige Tadel bekommen, doch den nahm ich gerne auf mich wenn es ihr wenigstens besser ging. Larco half mir beim zubereiten des Abendessen. Er war sehr aufmerksam und ich bemerkte sehr rasch das er viel Erwachsener geworden war seit unserem letzten treffen. Nach einem reichhaltigen Abendessen versorgten wir noch Lathron. Larco putzte ihn noch gründlich und kuschelte mit ihm. Ich ließ die beiden solang alleine und redete mit Kristin. Erhielt so manches Wissen was sie vor Luca nicht aussprach. Gleich morgen würde ich nach einem Heiler oder Heilerin hier suchen. Ich brachte später noch Larco zu Bett der sich bald an seine Mutter kuschelte. Trotz der Feuerstelle war es doch recht kalt. Ich wusste schon was ich morgen alles für die beiden kaufen würde. Ich selbst kuschelte mich zeitig neben Lathron ins Stroh in meinen Mantel und Decke. Mein Freund schnaubte ruhig und bald schlief ich an ihn gekuschelt ein.

Als der Morgen graute zupfte Lathron an meiner Decke. Es war unser Zeichen einfach das Zeit zum aufstehen war. Nen besseren Weckdienst gab es nicht. Ich hatte es ihm schon früh beigebracht. Ich dankte ihm und kraulte ihm ein wenig ehe er etwas Getreidekörner von mir bekam. Ich fror ein wenig und war froh wieder drüben im Nebenraum zu sein wo ich erstmal Holz nachlegte. Larco kletterte leise aus dem Bett um seine Mutter nicht zu wecken und ging los zwei Eimer Wasser zu holen aus einem Brunnen etwas entfernt. Derweil begann ich das frühstück herzurichten und bereitete Kristin als Larco mit dem Wasser zurück war einen Tee zu. Nach dem Frühstück säuberte ich mich erstmal. Entfernte den getrockneten Schlamm von meiner Kleidung und allem. Säuberte Lathrons Lederzeug wobei mir Larco half. Kristin saß im Bett und begann etwas zu nähen was sie angefangen hatte. So ganz untätig wollte sie auch nicht sein. Als dies soweit erledigt war ließ ich mir von Larco das Haus zeigen bzw. die Hütte der beiden. Wenn das bis zum Winter teilweise nicht repariert war bezweifelte ich das Kristin das mit ihrer Krankheit überlebte. Den sie hatte mir gebeichtet das es keine harmlose Erkältung war wie sie Larco erzählt hatte sondern weit tiefer ging. Ich beschloss Marco mitzunehmen auf den Markt wenn ich mich mit Thálion traf. Doch dann Entschied ich das ich früher ging, alles erledigte und Larco mit meinem Freund zurückschickte. So legten wir Latron eine Decke nach dem putzen auf und schnallten die Satteltaschen an seinem Sattel fest als jener ebenso auf dem Rücken lag. Ich ließ es Larco machen und achtete genaustens darauf das alles seine Richtigkeit hatte. Lathron schnaubte jedoch zufrieden und war sichtlich entspannt. Dann bekam er noch seinen Zaum auf und wir verließen die Hütte. Draußen gurtete ich noch einmal nach und hob Larco in den Sattel. Er strahlte richtig vor Freude. Gemeinsam schlenderten wir durch die Seitengassen zum Markt. Ich ließ ihn oben sitzen während wir uns von Stand zu Stand schoben. Kaufte etwas Honig, ein paar Heilkräuter und nahm bei der Heilerin das versprechen ab das sie einmal nach Kristin sehen würde. Ebenso kauften wir für Lathron Möhren und Hafer ein. Larco entdeckte einen stand mit Fellen und dicken Decken. Er fragte den Händler was er für das eine Fell haben wolle und machte dann ein trauriges Gesicht als jener den Preis nannte. Ich blickte ihn an und kraulte Lathrons Hals.
"Ich nehme es. Zusammen mit dem zweiten Fell dort und drei von diesen Decken hier."
Der Händler machte ein erstauntes Gesicht aber packte alles sofort zusammen für uns. Ich gab ihm das verlangte Geld und half Larco dann alles oben zu verstauen. Bei einem Bäcker kaufte ich Brot ein und ein paar süße Sachen für Larco zum naschen wofür er sich freudig bedankte. Mein Blick wanderte gen Himmel und ich beschloss das es Zeit wurde zum Brunnen zu gehen.
"Larco. Ich bin Verabredet am Brunnen. Wir gehen da kurz hin und Lathron kann dort eine Pause machen, etwas trinken und danach könnt ihr beiden wieder zurück gehen. Währe das ok für dich?"
Der Junge nickte.
"Sicher, Valerya. Du bist so lieb zu uns und Lathron ist so ein braver."
Ich nickte ihm zustimmend zu. Ja, das war mein fuchsfarbender Freund. Ich bahnte mir mit den beiden einen Weg durch die Menge zum Brunnen. Beim näher kommen erkannte ich das mein Bekannter von gestern schon da war. Mit einem kleinen schmunzeln trat ich auf ihn zu.
"Sieh an, sieh an. Ihr seit wahrlich hier."
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Oriana Theirin am So 25 Nov 2012 - 0:41

Lang lebe die Königin! Lang lebe die Königin!
Orianas Plattenrüstung war zwischen den Rufen deutlich zu hören, als sie, gefolgt von den beiden Königinnengarden durch die Straßen ihrer geliebten Stadt ging. Sie war aus festem, glänzenden Metall, poliert und schwer, und der karmesinrote Umhang, dessen Farbe auch im Wappen zu finden war, leuchtete regelrecht. Der Anderthalbhänder am Gürtel und der Schild ließen sie genau wie ihre beiden Garden aussehen; die Königin Tydeions hob sich kaum von ihren Männern ab und gab auch nicht viel auf eitlen Tand. Außerdem hätte ihre Paraderüstung noch mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und das wollte sie nicht. Andererseits waren es die Menschen der Stadt auch gewohnt, dass Oriana sich immer wieder zeigte, und das nicht nur zu offiziellen Anlässen - die Unterstützung des Volks war das A und O, und sie würde es sich nicht leisten können, jene zu verlieren, nicht mit den aktuellen politischen Geschehen.

Sie seufzte nur leise, schob sich den Fischgrätenzopf wieder über die Schulter und blickte sich in den engen Gassen um. Nein, noch wurde sie genug vom Volk geliebt, dass sie sich jene Spaziergänge durch die Stadt erlauben konnte, und die Menschen waren so daran gewöhnt, dass sich nicht eine gigantische Traube um sie herum bildete, sondern jeder seinen Geschäften nachging, sich immer wieder vor ihr verbeugte und ein paar nationalistische Parolen murmelte. Gelegentlich kam auch eine Muter mit einem Säugling, um den königlichen Segen zu erbitten, und Oriana legte jedes mal die plattengeschützte Hand sorgsam auf den Kopf des Kindes und küsste seine Stirn, um die Mutter, die sich in ihren Dankesbekundungen förmlich überschlug, zu entlassen.

Als sie schließlich am Marktplatz mit dem Brunnen ankamen, hielt die kleine Gruppe inne und Oriana wandte sich zu Orsin, ihrer ältesten Garde um.
"Besorg mir am Brunnen etwas zu trinken", meinte sie und deutete hinter sich, dort wo sich Mann udn Frau befanden.
"Meine Königin, haltet Ihr es für eine gute Idee, vom gleichen Brunnen zu trinken, wo der Pöbel sich wäscht und aus deren Quelle auch Tiere trinken?" Oriana hob ihre linke Augenbraue, ein Zeichen, dass sie keinerlei Widerspruch duldete. "Ich meine, mich nicht daran zu erinnern, dass dies eine Frage war. Außerdem ist es gut für mein Bild und ich bin nicht nur Königin, sondern auch dein General." Orsin seufzte leise und nickte dann, die Leute zur Seite schiebend und auf das winzige Grüppchen zutretend.
"Die Königin wünscht, an den Brunnen zu treten und sich zu erfrischen." Seine Stimme klang nüchtern, und dann wandte er sich um und winkte seine Herrin und der verbleibendes Garde kurz zu. Sie Blick wandte sich dann wieder abwartend zu den Herrschaften um. Er wurde definitiv zu wenig bezahlt.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Leander Mador am So 25 Nov 2012 - 19:19

Ganze 11 Jahre war es her seit ich Luca zum letzten mal gesehen hatte. Ich hatte es versprochen, doch zu dem damaligen Zeitpunkt sah ich mich dem versprechen ausweglos und nicht erfüllbar gegenüber gestellt. Jeden Tag aufs neue kämpfte ich. Ich wollte nicht sterben ohne ein letztes mal ihre wundervollen Augen gesehe, ihre feinen Züge entlang gestrichen und ihre wundervollen zarten Lippen geküsst zu haben. Anfangs schien es als wenn jeder tag mein letzter währe doch, über die Jahre machte es mich stärker. Mächtiger. Ich gewann an Einfluss und stellte mir eine eigene kleine Truppe auf. Unsere Raubzüge wurden größer und es wurde stehts gerecht geteilt. Als meine Männer merkten das ich ihnen mehr gab als mir selbst, hatten sie mich darauf angesprochen und ich hatte ihnen geantwortet.
"Ich brauche nichts. Mein einziger Wunsch ist zu der Frau zurück zu kehren die ich liebe." sie lachten mich zwar dafür aus, begannen aber heimlich ab da zu sammeln. Sie ermöglichten mir die weite und gefahren volle Reise in meine Heimat. Als dank dafür nahm ich sie mit mir. Erst übers Meer nach Menalea und dann herauf nach Luca. Hier und da überfielen wir ein paar Reiche. Teils nahmen wir es uns selbst zum anderen gaben wir es weiter an einzelnde arme Familien die uns unterschlupf gewährten und doch selbst nichts hatten. Ich war in Tydeion ein Verbannter. Vogelfrei. Ein Ausgestoßener. Nahezu ein Verbrecher. Doch nach all den Jahren, wo viele mich für Tod erklärt hatten, wer würde mich noch erkennen nach all der Zeit.
Seit 3 Tagen waren wir nun in Luca. Erkundeten die Stadt. Meine Männer holten so wie ich Informationen ein. Die Nacht verbrachten wir in dem nahen Wald. Planten und gingen Strategien durch, schließlich konnte ich nicht mal eben ins Schloss spazieren und Hallo sagen. Zumindest etwas positives war an der ganzen Geschichte. Oriana war nicht verheiratet und ihr ihre Eltern lebten nicht mehr. Ich hatte mir viele male jenen den Tod gewünscht aber dennoch war es nicht richtig von mir. Heute hielten wir uns unbeobachtet in der Seitengasse auf und warteten. Eine zuverlässige Quelle hatte uns gesagt das heute die Königin mit ihrer Garde durch die Stadt gehen würde. Das war unsere bzw meine Chance. Ob sie mich erkennen würde? Ich wollte es erstmal nicht riskieren. Daher tarnten wir uns. Als wir sie sahen nickte ich und ich führte mein Pferd hinter mir her in ihre Richtung zum Brunnen. Ein anderer meiner Männer schwang sich auf den Rücken seines Pferdes und ritt einen kleinen Bogen. Die anderen wusselten durch die Menge. Ich war sehr rasch in Position und zwei begannen eine schlägerei mit lautstarken gestreite.
"Du wieder wärtiger Dreckskerl. Wie kannst du es wagen dich an meine Frau heran zu machen."
"Stell dich mal nicht so an, sie hat sich mir Angeboten und ich hab sie dafür bezahlt."

Während dem Streit und der Schlägerei drängten sie sich immer mehr zur Garde um sie von der Königin zu trennen. Ich tränkte rasch ein Tuch mit einem Betäubenden Duftstoff, den ich in Despain damals erworben und der mir schon viele gute Dienste erwiesen hatte. Ich tauchte unter und bald hinter Oriana auf. Sofort legte ich ihr meine Hand mit dem Tuch auf Nase und Mund und flüsterte ihr leise ins Ohr.
"Verzeih mir, mein Augenstern, ich erkläre später." Meine Männer beschäftigten nun die Garde so das ich mir sie schnappen konnte und mit ihr auf meinem Pferd das weite suchen konnte. Zumindest war das der Plan.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Oriana Theirin am So 25 Nov 2012 - 21:11

Oriana hob den Blick gen Orsin hin, und sie setzte sich langsam in Bewegung, als sie sein Winken sah. Doch plötzlich bewegte sich etwas, Aufruhr belebte den vormals friedlichen Platz, als ein Streit zwischen zwei Männern losbrach, bei dem der eine den anderen beschuldigte, mit seiner Frau geschlafen zu haben und vorallem, die Frau hatte Geld dafür genommen. Uneingetragene Prostitution war verboten - und Orsin wandte sich vom Brunnen ab, um zum Ende des Platzes zwischen die Männer zu gehen. Oriana blickte die letzte Königinnenwache neben sich an.
"Geh dazwischen und stell sie wenn nötig unter Arrest." Ihre Stimme klang sachlich und nüchtern, und sie war bereit, jeden Einspruch abzuschmettern. Aszial war die jüngste Königinnengarde, ein aufstrebender junger Mann aus adeliger Familie, geschickt mit dem Schwert, aber noch unsicher, was seine Aufgaben anging. Natürlich, wer sollte schon angreifen, und selbst wenn, Oriana war eine geübte Schwertkämpferin, keine zarte Maid die zusammenbrach, wenn sie nur Waffengeklirr hörte. Sie war wie eine gut geschmiedete Klinge aus Tydeion, und sie brach nicht einfach so.

Plötzlich jedoch, unerwartet, und sie würde sich danach selbst dafür ohrfeigen, war jemand von hinten an sie herangetreten, und sie hörte eine vage bekannte Stimme im Ohr, doch die Worte bekam sie nicht mehr mit. Sie spürte, wie man ihr einen Lappen ins Gesicht presste, und die plattenbehandschuhten Hände versuchten noch, die Hand grob wegzuziehen oder nach dem Schwert zu greifen - doch die Substanz zeigte viel zu schnell Wirkung. Nur hier und da hörte man ein paar klägliche Rufe der Frauen, dass man die Königin entführte, doch man war viel zu verängstigt, um wirklich einzugreifen. Orianas Augen rollten im Kopf zurück und sie sank nur nach einem sekundenlangem Kampf zusammen - sie wurde auf das Pferd verladen und erst dann hatte ein Weib, eine Bäckersfrau den Mut gefunden, zu laut zu brüllen, dass sich die Garden umdrehten. Orsin stieß die Männer mit einem Aufbrüllen zur Seite, doch sie verwickelten ihn in einen Kampf, Aszial ebenso.
"SCHLAGT ALARM!", rief er, doch Pferd und Reiter wären schneller mit der Königin, die wie ein Sack Mehl auf dem Pferd hing, als seine Worte, und die Menschen auf den Plätzen durch die Stadt konnten nicht schnell genug reagieren - es war eine Schande für die Königinnenwache, und jegliches organisatorische Geschick würde nicht helfen - sie war fort.

tbc: ???
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Mo 26 Nov 2012 - 0:02

Nach kurzer Zeit des Wartens, erblickte er die braunhaarige Schönheit mit ihrem Fuchs im Schlepptau, der einen kleinen Jungen auf sich trug. Er lächelte, sie war tatsächlich gekommen. Doch... was hatte er auch anderes erwartet? Thálion wusste, was für einen Eindruck er bei Frauen hinterließ, bildete sich teilweise auch wirklich zu viel darauf ein. Eigentlich war er der Meinung, dass jedes weibliche Wesen auf der Erde nur ihn haben wollte. Nun gut, es hatten bereits einige Damen, verheiratet und in einer reichen Ehe, die Gefahr auf sich genommen und einen Seitensprung mit Thálion Durath gewagt. Gefahr, da die Strafen für das Fremdgehen doch recht hoch angesetzt waren, jedenfalls wenn die Frau dies tat. Männer waren hierbei wieder einmal im Vorteil, wie bei allen Transaktionen und gesellschaftlichen Anlässen. Wäre da nicht die Königin in Tydeion, hätten die Frauen wohl keine Rechte.
Als Valerya ihn schließlich erreicht hatte, erhob sich Lion vom Brunnenrand und verbeugte sich leicht vor der jungen Frau. Er nahm vorsichtig ihre Hand und hauchte einen Kuss darauf. “Ich kann fast nicht glauben, dass Ihr wirklich gekommen seid. Es ist eine Ehre für mich. Noch im Schlafe habe ich an Euch denken müssen, Valerya.“
Das war zu viel gewesen, das wusste er selbst genau und hätte sich im Moment des Aussprechens dieser Worte sofort selbst eine Ohrfeige verpassen oder die Zunge abbeißen können. Deshalb grinste er breit und zwinkerte Valerya zu. “Lassen wir den Scherz bei Seite, ich freue mich, Euch heute wiederzusehen.“ korrigierte er sich stattdessen und hoffte, dass sein Gegenüber nicht merken würde, dass er ins Fettnäpfchen getreten war.
Doch bevor er sich darüber noch weiter Gedanken machen konnte, sah er die Königin Orania Theirin über den Marktplatz marschieren, in eine Plattenrüstung gekleidet, das Haar zu einem geflochtenen Zopf frisiert, der Gesichtsausdruck huldvoll und bestimmt wie immer. Es war keine Seltenheit sie ab und an durch das Volk streifen zu sehen, flankiert von ihrer Garde. Thálion machte sich gerne über das Gefolge der Königin lustig. Er konnte nicht verstehen, wie sich diese Männer selbst so erniedrigen konnten. Einer Frau dienen? Niemals. Beziehungsweise, überhaupt jemandem zu dienen war für Lion schon unvorstellbar. Er war sein eigener Herr, hielt sich an die Gesetze, die ihm passten und führte somit ein recht glückliches Leben.
Jetzt erst bemerkte der Dunkelhaarige, dass einer der Diener, denn das waren die Bediensteten der Garde für ihn, auf sie zukam und sie darauf hinwies, dass die Königin nun aus dem Brunnen trinken wolle. Er schluckte trocken. Es war nicht so, dass er grundsätzlich auf die Gesetze des Reiches spuckte. Er hielt sie selten ein, war aber in Furcht vor den Strafen, die ihn erwarten konnten. Leichter Schweiß bildete sich auf seinen Handflächen, als Orania auf sie zu kam. Doch die Königin kam nicht einmal dazu, etwas zu trinken, denn auf einmal erhob sich Aufruhr im Volk. Thálion blickte hinüber, es ging wohl um einen Seitensprung, interessant, wo er doch vorhin genau darüber nachgegrübelt hatte.
Und dann ging auf einmal alles sehr schnell, die Garde eilte hinüber um die Streithähne zu trennen, auf einmal trat ein Mann von hinten an sie heran, drückte ihr ein Tuch ins Gesicht und zog sie auf sein Pferd. Er ritt in Windeseile davon, die Garde war in völliger Panik. Es sollte Alarm geschlagen werden, alle Wachen stoben auseinander, ein Teil verfolgte vergebens den Reiter.
Interessiert beobachtete Thálion das Geschehen, strich sich durch seine dunklen Haare und blickte eine Wache, die auf ihn zukam geheuchelt schockiert an. Der junge Mann bemerkte es nicht, er war aufgelöst und wusste offensichtlich nicht, was nun zu tun war. Der Mann stammelte “Wisst ihr, wer der Kerl war? Ihr standet die ganze Zeit hier.“ Thálion lächelte innerlich sehr amüsiert, bemühte sich aber nach Außen hin um Ruhe und beobachtete Valeryas Reaktion aus den Augenwinkeln, er war gespannt, wie sie den Tumult aufnehmen würde. “Ruhig Blut, mein Freund.“ sagte er und legte dem nervösen Kerl eine Hand auf die Schulter, vor der er kurz zurück zuckte, dann jedoch ruhig stehen blieb. Er war wie ein junges Pferd, das gerade die ersten Kontakte zum Menschen sammelte. “Bedauerlich, bedauerlich. Ich hoffe ihr findet die Königin schnell wieder. Was soll aus unserem Land werden, wenn unsere geliebte Herrscherin entführt wurde? Sucht schnell, ihr müsst den Reiter auf Pferden verfolgen. Tut eure Pflicht!“ sagte er ruhig und eifrig nickend schob das junge Gardemitglied ab.
Als um Thálion und Valerya herum alles schließlich still war, lachte der junge Mann los. Der Marktplatz hatte sich zum Großteil geleert, die Menschen waren teilweise ehrlich entsetzt über die Entführung ihrer Königin. “Ja, ja. Wirklich bedauerlich das ganze. Die arme Königin. Wie seht Ihr diese Geschichte, Valerya?“ presste er zwischen einigen Lachern heraus. Das kam ihm doch gerade recht. Die ganze Stadt würde auf der Suche nach der Herrscherin sein und er hatte freien Zugang zu einigen Geldbeuteln.
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Valerya am Mo 26 Nov 2012 - 11:51

Ich musste schmunzeln über seine Worte und zog dennoch leicht eine Augenbraue hoch. Er übertrieb aber ganz schön.
"Übertreibt es nicht so sehr mit euren Scherzen, sonst fühlte ich mich an das närrische, leere Geplänkel von Zuhause erinnert." gab ich ihm als Antwort zurück. Ich entzog ihm meine Hand wieder und wollte ihm Larco vorstellen, doch dazu kam ich nicht. Rufe erschallten über den Markt. Verwundert blickte ich hin und suchte zu erste die Frau die sie ihre Königin nannten. Doch so schwer war jene nicht zu entdecken. Geradezu leicht bemerkte ich heraus das es jene war die Huldvoll und bestimmt so wie geradezu gradlinig daher schritt in unsere Richtung. Ich Wechselte zu ihrer Garde und zog meine Augenbraue hoch. Ich bezweifelte stark daran das sie ihre Königin in einem Kampf schlagen würden oder gar beschützen konnten. Selbst mit etwas geschickt währe es wohl für mich ein leichtes sie auszutricksen. Aber ich hatte auch Übung in so etwas von Zuhause und die Männer die mich bewachen sollten waren älter und erfahrener und hatten doch gegen meine List keine Chance.
Als das Getummel losbrach griff ich aus Reflex sanft an Larcos Bein um auf ihn acht zu geben. Jeder andere hätte wohl auf sein Pferd geachtet. Doch da ich ruhig blieb, blieb auch Lathron ruhig. er spielte zwar mit den Ohren und sein Schweif peitschte hin und her was mir sagte das dies ihm nicht gefiel doch mehr tat er nicht. Trat jediglich einen Schritt zurück als ein paar Männer etwas näher kamen.
"Guter Junge, alles ist gut. Pass mir gut auf Larco auf." sprach ich leise nah seiner Ohren was ihn schnauben ließ. Sanft tätschelte ich seinen Hals und betrachtete das Specktakel mit skeptischen Blick. Es zeigte sich das meine Vermutung mehr als begründet war. Ich schüttelte nur den Kopf. So viel dazu das sie die Königin schützen sollten. Pffff. Aufgetakeltes pack. Es wurde richtig still auf den Markt der sich so rasch leerte. ich schüttelte wieder nur den Kopf und lobte Lathron mit kraulen am hals und Ohren welcher wieder brummte dazu.
"Aufgetakeltes pack. Mehr als ihre tollen Rüstungen haben sie nicht zu bieten. Wie kann sich die Königin nur mit solchen Versagen umgeben. Die können ja nicht mal auf sich selbst aufpassen." sprach ich als Antwort auf Thálions Worte. Larco saß immer noch total verkrampft oben auf Lathrons rücken und hielt sich fest. ich wand mich von Thálion daher kurz ab und dem Jungen zu. Hielt ihn meine Arme hoch um ihm runter zu helfen.
"Komm her. Es ist alles gut. Keine Sorge." Der Junge ließ sich vom Rücken des Pferdes in meine Arme gleiten und drückte sich an mich. er hatte sichtlich Angst gehabt. Er zitterte leicht sogar.
"Schhh. Es ist alles gut." Ich vergas manchmal einfach das er doch nur ein kleiner Junge war der auch noch Ängste hatte vor manchen Dingen. Ein paar Tränen kullerten ihm über die Wange während ich ihn sanft hielt. Lathron sah zu uns und schnupperte saft an Larcos Rücken und blies ihm sanft seinen Atem in den Nacken und Haar. Ich wechselte kurz meinen Blick zu Thálion. Was er nur von mir nun denken mochte? Ob er nun das weite suchte oder blieb? Konnte ich gerade nicht einschätzen. Ich wand mich wieder Larco zu.
"Du wirst sehen, es wird alles wieder gut. Die finden die Königin und die Männer tun dir nichts. Weißt du noch was ich dir beim letzten mal gesagt habe?" Der kleine Junge nickte, schniefend wiederholte er es.
"Das es zwei Sorten von Männern gibt. Jene die vorgeben welche zu sein und jene die wirklich welche sind." Ich nickte bestätigend und strich ihm sanft die Tränen fort.
"Und zu welcher Sorte würdest du das geschehen zählen?" fragte ich weiter und setzte ihn auf den Brunnenrand während er sich beruhigte.
"Die Garde war eher welche die Vorgaben und der, der die Königin mitnahm war einer. Er hat der Garde gezeigt ... das sie keine sind?" ich nickte lächelnd. Er war ein kluger Junge.
"Ja, so kann man das ausdrücken." Ich gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Benetzte meine Hand mit etwas Wasser und wischte sein Gesicht damit ab, ehe ich es mit seinen Mantel wieder abtrocknete.
So, jetzt ist alles wieder gut. Darf ich dir nun jemanden Vorstellen? Das ist Thálion Durath. Er ist derjenige mit dem ich verabredet bin." Der Junge blickte ihn nun an.
"Hallo Sir. Ich bin Larco Maresh. Freut mich sie kennen zulernen." sprach er höflich zu ihm. Er kam dem kleinen Jungen bekannt vor, konnte ihn aber nicht zuordnen ehe es ihm einfiel.
"Sir, ich glaub ich kenn sie. Ich hab sie schon mal gesehen bei der Bäckerin die so tolle Süßen Sachen backt."
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Re: Hauptstadt Luca

Beitrag von Thálion Durath am Mi 28 Nov 2012 - 11:19

Thálion war erleichtert, dass Valerya die Garde der Königin mit dem gleiche Spott bedachte, den auch er ausschließlich für sie erübrigen konnte. Welcher Mann ließ sich so erniedrigen, unterstand freiwillig einem Weibsbild, das daher kam, als wäre es der stärkste Mann der Welt? Unverständlich für den Dunkelhaarigen. Niemals würde er sich unterordnen, davor baumelte er lieber am Galgen.
Er betrachtete mit abwesender Miene den Jungen, der sich nun in die Arme der braunhaarigen jungen Frau gleiten ließ und dort vor sich hin weinte. Hatte er in seiner Kindheit jemals geweint? Er konnte sich nicht daran erinnern. Eigentlich war er, obwohl seine Mutter nie viel Geld gehabt hatte, immer glücklich gewesen. Es hatte nie einen Grund zur Trauer gegeben. Denn selbst, wenn die Münzen nicht einmal mehr für einen Leib Brot reichten, gab es genug, was der Wald zu bieten hatte. Dann wurde er auf die Suche geschickt nach essbaren Wurzeln, Beeren und Kräutern, aus denen seine Mutter jedes Mal ein köstliches Mahl zauberte. Er vermisste diese alten Zeiten und wünschte sich so manches Mal, dass er wieder ein kleiner Junge sein könnte, der tagsüber durch die Wälder streifte und nachts vor dem Feuer in einen sanften, tiefen Schlaf glitt. Doch dieser Lebensabschnitt war schon lange vorbei. Er führte jetzt ein besseres Leben als manch anderer. Auch diesen Jungen schätzte er als sehr arm ein. Vielleicht konnte er der Familie bei Gelegenheit unter die Arme greifen, denn Valerya war nicht jeden Tag in Luca und konnte helfen.
So in Gedanken versunken, blickte er erst wieder auf, als Valerya ihn schließlich vorstellte. Er beugte sich zu dem kleinen Jungen hinunter und lächelte ihn freundlich an. “Hallo Larco, freut mich, dich kennen zu lernen. Alles wieder gut? Die Männer sind ja weg und deine Königin wird sicherlich auch bald wieder auftauchen.“ versuchte er das Kind zu beruhigen. Völlig unnötig wohl, denn Larco sah mittlerweile wieder in Ordnung aus, da hatte ihn wohl der Schreck etwas doll erwischt. Nun ja, Kinder waren hart im nehmen und wegen so etwas in Tränen auszubrechen... Es gab nun einmal solche und solche.
“Da hast du aber gut aufgepasst, Larco. Ja, ich wohne bei ihnen und beide können wirklich toll backen. Wenn du magst, bringe ich dir mal etwas von ihnen mit, für so einen netten Jungen wie dich, haben sie sicherlich etwas Leckeres übrig.“ Es war ihm nicht recht, dass der Junge ihn kannte. Er blieb am liebsten im Verborgenen, pflegte wenige Kontakte und mit denjenigen, mit denen er viel zu tun hatte, auch mit ihnen ging Thálion vorsichtig um. Er verriet keine Geheimnisse, hatte immer ein Druckmittel im Ärmel, mit welchem er seine sogenannten 'Freunde' zur Not im Zaum halten konnte, falls diese in Versuchung kommen würden, etwas über ihn auszuplaudern. Denn wenn es eines gab, was Lion fürchtete, war es die Folter. Nicht den Tod, nicht die sogenannte Schmach einer Hinrichtung, es waren die Schmerzen und die Demütigung, der er sich gezwungenermaßen aussetzen musste, wenn man ihn jemals erwischen würde.
“Wohnst du dort in der Nähe?“ fragte er Larco weiter, obwohl er nun am liebsten alleine mit Valerya gewesen wäre. Doch sie empfand offensichtlich Zuneigung zu dem Kind und so konnte er es schließlich schlecht verscheuchen, nur um die Zeit sinnvoller nutzen zu können... Beispielsweise mit dem Versuch, Valerya in sein Bett zu bekommen.
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